leiden mit achtsamkeit und kreativität

Leid mit Achtsamkeit und Kreativität verwandeln

Leiden gehört zum Leben. Trotzdem versuchen wir ständig, es zu vermeiden oder unsere negative Gefühle zu unterdrücken. Wir wollen nicht akzeptieren, dass das Leben so ist, wie es ist. Aber egal wie schnell wir davon rennen, können wir nicht entkommen. Wir können aber doch lernen, anders zu leiden und unser Leid mit Achtsamkeit und Kreativität zu verwandeln.

Leid mit Achtsamkeit umarmen

In einer Gesellschaft wie unsere, die nach Glück und Vergnügen strebt, ist oft die Tendenz bei uns allen, das Leid zu widerstehen oder unter unendlichen Aktivitäten zu begraben. Aber Glück kann nur zusammen mit Leid existieren, es sind die zwei Seiten der Medaille.

Sinnvoller wäre es, mit unserem Leid liebevoll umzugehen. Mit der Praxis der Achtsamkeit können Sie lernen, die Präsenz dieses Leid zu erkennen, in Ihnen und auch in Ihrer Umgebung. Und es dann zärtlich umarmen.

Ohne Schlamm kein Lotos: Leiden verwandeln

Ohne Schlamm kein Lotos. Die Kunst, Leid zu verwandeln ist der Titel eines Buches des vietnamesischen Mönch Thich Nhat Hanh. Das Bild finde ich persönlich sehr schön und poetisch, und es hilft mir in Momenten der Verzweiflung.

Wenn man eine Blume betrachtet, sagt der Autor, sieht man, dass sie aus anderen Elementen gemacht ist, die keine Blume sind. In der Blume gibt es Wolken, Regen, Sonnenschein, Mineralien, Erde… Man braucht auch Schlamm, damit die Lotusblume entsteht. Der Schlamm stinkt, aber die Lotusblume riecht hervorragend, und ohne Schlamm kann die Blume nicht existieren.

Genauso kann man sagen, dass es ohne Leid kein Glück gibt. In diesem Kontext erinnere ich mich immer ans Zitat von Rumi: «Die Wunde ist der Ort, wo das Licht eintritt». Diese Idee hilft mir, etwas weniger gegen meine Schwächen und mein Leid zu kämpfen und zu versuchen, sie zu akzeptieren, oder sogar überlegen, wie ich sie nutzen kann, wie ich auch daraus etwas Schönes schaffen kann.

5 Glückspraktiken

Thich Nhat Hanh schlägt 5 Praktiken vor, die uns helfen können, glücklicher zu werden:

  1. Loslassen. Wir glauben manchmal, dass wir bestimmte Sachen (den perfekten Job, einen Partner, usw.) brauchen, um glücklin zu sein. Ohne sie können wir nicht leben, aber auch wenn wir sie haben, leiden wir immer noch. Und trotzdem haben wir Angst, sie zu verlieren… Es ist genau diese ängstliche Bindung, die ein Hindernis für unser Glück wird. Schreiben Sie auf einem Blatt Papier, was für Sie wesentlich ist, um glücklich zu sein und versuchen Sie diese Woche eine von diesen Sachen loszulassen. Oder vielleicht brauchen Sie ein Jahr dafür. Jesto mehr sie loslassen können, desto glücklicher werden Sie.
  2. Positive Samen einladen. Wir können unsere gute Eigenschaften fördern, indem wir sie jeden Tag gießen. Wenn Sie einen Arroganzsamen in sich haben, haben Sie auch einen Mitgefühlssamen, den Sie regelmäßig mit einer Achtsamkeitpraxis verstärken können und so wird Arroganz langsam von alleine schwächer.
  3. Achtsambasierte Freude. Wenn wir achtsames Atmen oder achtsames Gehen üben, kommen wir zurück zu unserem Körper ins Hier und Jetzt und wir merken, dass wir schon so viele Gründe haben, um glücklich zu sein. Schreiben Sie diese Gründe auf. Wenn Sie diese Gründe erkennen, ist es viel einfacher Glück zu schaffen.
  4. Konzentration. In der Gegenwart zu bleiben braucht Konzentration. Wir sorgen uns um die Zukunft, aber wenn wir uns auf das Hier und Jetzt konzentrieren können, können sich viele unserer Sorgen auflösen und wir verbinden uns mit den Wundern des Lebens.
  5. Einsicht. Einsicht ist sehen, was da ist. Wir können unsere Erfahrungen nutzen, um glücklicher zu sein. Wir können uns an vergangenes Leid erinnern und froh sein, dass wir nicht mehr in so einer Situation sind. Und wir können lernen zu schätzen, was wir jetzt haben.

Die heilende Macht der achtsamen Kunst: bewusster leben und kreativ sein

Achtsamkeit übt man nicht nur in der Meditation. Achtsamkeit ist eine Praxis, die man auch beim Essen, beim Gehen und insgesamt im Alltag üben kann.

Was ich selber für mich entdeckt habe, ist das die Kunstarten einen privilegierten Raum für die Achtsamkeit und für das Selbsterkenntnis anbieten. Wenn wir zeichnen z.B., haben wir auch einen Fokus für unsere Aufmerksamkeit: unsere Bewegung mit dem Stift, die Koordination von Geist und Hand, das Objekt, das wir zeichnen möchten.

Dieser Fokus ist wesentlich, wenn wir unseren Geist beruhigen wollen. In diesen kreativen Tätigkeiten spürt man oft ein Gefühl von Flow, wir sind in der Aktivität versunken. Wir kommen von Denken zu Sein.

Meine eigene Erfahrung ist auf jeden Fall auch, dass musizieren, Theater spielen oder malen mich in einer entspannte und konzentrierte Stimmung bringen, die mir ein inneres Gleichgewicht schenkt. Deswegen ist mein Wunsch diese Kurse anzubieten, in denen Achtsamkeit und Kreativität zusammen kommen.